Beim Auftauen geht es nicht nur um Saftigkeit, sondern vor allem um Lebensmittelsicherheit. Die beste Standardmethode für Fleisch ist deshalb langweilig, aber zuverlässig: langsam im Kühlschrank auftauen.
Warum nicht einfach auf der Arbeitsplatte?
Außen erwärmt sich Fleisch deutlich schneller als im Kern. Während das Innere noch gefroren sein kann, kann die Oberfläche bei Raumtemperatur bereits in einen Temperaturbereich kommen, in dem sich Mikroorganismen besser vermehren.
Die beste Methode: im Kühlschrank
Fleisch in der Verpackung oder in einem geschlossenen Behälter in den Kühlschrank legen.
Am besten im unteren, kalten Bereich lagern, damit austretende Flüssigkeit nicht auf andere Lebensmittel tropfen kann.
Genügend Zeit einplanen. Kleine Portionen brauchen oft über Nacht, große Braten entsprechend länger.
Nach dem Auftauen die Hinweise auf Verpackung und Verbrauchsdatum beachten und zügig verarbeiten.
Was ist mit Auftauwasser?
Auftauwasser sollte nicht mit Salat, Brot oder anderen verzehrfertigen Lebensmitteln in Kontakt kommen. Behälter, Hände und Arbeitsflächen anschließend gründlich reinigen.
Fleisch nicht abwaschen
Abwaschen unter dem Wasserhahn macht Fleisch nicht hygienischer. Im Gegenteil: Spritzwasser kann mögliche Keime in der Umgebung verteilen. Wenn nötig, die Oberfläche mit Küchenpapier trocken tupfen und das Papier direkt entsorgen.
Geflügel braucht besondere Sorgfalt
Bei Geflügel ist die Trennung von rohen und verzehrfertigen Lebensmitteln besonders wichtig. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt, Geflügelfleisch vollständig durchzugaren und Kreuzkontamination konsequent zu vermeiden.
Und Hackfleisch?
Hackfleisch ist durch die große Oberfläche besonders empfindlich. Bei verpacktem Hackfleisch immer die angegebene Lagertemperatur und das Verbrauchsdatum einhalten. Nach Ablauf des Verbrauchsdatums sollte rohes Hackfleisch nicht mehr gegessen werden.
Schneller auftauen?
Wenn es wirklich schneller gehen muss, sollte eine Methode gewählt werden, bei der das Fleisch kühl bleibt beziehungsweise unmittelbar danach gegart wird. Für große Fleischstücke bleibt das langsame Auftauen im Kühlschrank jedoch die planbarste Variante.
Kann man aufgetautes Fleisch wieder einfrieren?
Hier kommt es auf die komplette Temperatur- und Hygienekette an. Sicherer und qualitativ meist besser ist es, aufgetautes Fleisch zuzubereiten und anschließend das gegarte Gericht portionsweise einzufrieren, statt rohes Fleisch mehrfach zwischen Kühlschrank und Gefrierfach wechseln zu lassen.
Unser Landmetzger-Tipp
Plane rückwärts vom Essen: Ein großes Schmorstück lieber einen Tag zu früh in den Kühlschrank legen als am Kochtag mit Wärme nachhelfen zu müssen.
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